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Humanoider Roboter bald in unserem Haushalt

    Der humanoide Helfer zieht ein – Neo Gamma von 1X steht vor dem Alltagstest

    Ein Schritt in die Zukunft: Roboter halten Einzug in unsere Wohnzimmer

    Bei der Nvidia GTC 2025 hat Bernt Børnich, der CEO von 1X, etwas präsentiert, das mehr als nur ein bisschen nach Science-Fiction klingt. Das norwegische Robotics-Start-up will bis Ende 2025 seinen humanoiden Roboter Neo Gamma in realen Haushalten testen. Und nein, das ist kein Prototyp, der nur auf Messen zur Schau steht. Wir reden hier von einem echten Testlauf in echten Häusern mit echten Menschen.

    Was 1X hier plant, könnte ein echter Gamechanger sein, sowohl für die gesamte Robotikbranche als auch für unseren ganz normalen Alltag. Stell dir vor, du kommst nach Hause, und ein freundlich blickender Roboter begrüsst dich, bringt dir ein Getränk, hilft beim Kochen oder räumt die Wäsche zusammen. Mehr als nur ein Gadget oder Spielerei also. Das ist der Beginn einer ganz neuen Beziehung zwischen Mensch und Maschine.

    Wer ist 1X und warum solltest du diesen Namen im Kopf behalten?

    1X Technologies, früher bekannt als Halodi Robotics, hat sich schon vor Jahren auf die Entwicklung humanoider Roboter spezialisiert. Dabei geht es ihnen nicht um militärische Anwendungen oder industrielle Maschinen. Die Vision ist deutlich alltagsnäher: Roboter sollen in menschlichen Umgebungen natürlich agieren, sozial intelligent sein und Aufgaben übernehmen, die heute noch in unserer Hand liegen.

    Unterstützt wird das Ganze übrigens von NVIDIA, die mit ihrer KI-Technologie rund um Deep Learning und Simulationsplattformen wie Omniverse genau die richtige Infrastruktur liefern, um solche komplexen Systeme zu trainieren. Das ist quasi das Rückgrat hinter Neo Gamma. Und wenn dir der Name NVIDIA bekannt vorkommt, dann deshalb, weil sie auch hinter vielen KI-Entwicklungen stecken, die unser digitales Leben gerade komplett verändern.

    Was macht Neo Gamma so besonders?

    Jetzt denkst du vielleicht: humanoide Roboter gibt es doch schon länger. Honda hat Asimo, Boston Dynamics zeigt seine athletischen Maschinen auf YouTube. Was macht Neo Gamma anders?

    Ganz einfach. Neo Gamma ist nicht einfach nur eine technische Demonstration. Er ist für den Alltag gebaut. Er hat eine völlig neue Kombination aus Sensibilität, Mobilität und sozialer Intelligenz. Seine Bewegungen sind überraschend flüssig, seine Mimik und Reaktionen wirken beinahe menschlich. Und vor allem: Er ist cloudverbunden, lernt täglich dazu und wird mit jeder Interaktion ein Stück besser.

    Besonderer Fokus liegt auf seiner Fähigkeit, in einer Wohnung zu navigieren und Türen zu erkennen, Hindernissen auszuweichen und in Echtzeit auf Veränderungen zu reagieren. Er ist mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren ausgestattet, die ihm helfen, sich auch in unbekannter Umgebung sofort zurechtzufinden. Dabei soll er nicht nur reagieren, sondern proaktiv helfen. Ein bisschen wie ein digitaler Butler – nur mit Armen, Beinen, Kameraaugen und KI-Hirn.

    Der Alltagstest – was genau passiert bis Ende 2025?

    Jetzt wird’s konkret. 1X hat angekündigt, dass sie bereits eine Bewerberliste geöffnet haben. Haushalte, die Teil dieses historisch spannenden Experiments sein wollen, können sich auf der Website des Unternehmens anmelden. Getestet wird weltweit, wobei der erste Fokus wohl auf technikaffine Länder mit roboterfreundlicher Gesetzeslage liegt, darunter unter anderem die USA, Japan und einige europäische Staaten.

    Im Testbetrieb wird Neo Gamma gemeinsam mit den Bewohnern leben. Dabei geht es nicht nur darum, ob er die Spülmaschine einräumen kann. Viel spannender ist die Frage: Wie fühlt es sich an, einen humanoiden Roboter im Wohnzimmer zu haben? Was bedeutet das für unsere Privatsphäre? Für das soziale Miteinander? Für unsere emotionale Beziehung zu Maschinen?

    Und – was machen wir mit der gewonnenen Zeit, wenn uns eine KI die nervigsten Aufgaben des Alltags abnimmt?

    Sind wir bereit dafür?

    Ganz ehrlich? Ich glaube, wir stehen da noch ganz am Anfang eines massiven gesellschaftlichen Umbruchs. Viele werden sich beim Gedanken an einen humanoiden Roboter unwohl fühlen. Manche empfinden sie als unheimlich, weil sie fast menschlich wirken, andere fürchten um ihre Jobs oder ihre Intimsphäre.

    Aber genau deswegen ist dieser Test so wichtig. Er wird zeigen, wie wir auf Maschinen reagieren, die nicht nur in der Produktion hinter Glasscheiben agieren, sondern neben uns beim Abendessen stehen. Wenn Neo Gamma es schafft, Vertrauen aufzubauen, Aufgaben verlässlich zu übernehmen und gleichzeitig ganz natürlich im Alltag zu erscheinen, dann stehen wir vor der wahrscheinlich grössten Revolution seit Erfindung des Smartphones.

    Von Science-Fiction zur Realität

    Ich erinnere mich noch an Filme wie „I, Robot“. Der Traum von einem persönlichen Roboterassistenten. Etwas, das dein Leben begleitet, dir hilft, dich kennt – ohne müde zu werden, ohne menschliche Schwächen, aber mit echtem Nutzen. Heute stehen wir diesem Traum so nah wie nie zuvor. Der Unterschied? Die Technik ist da, die Infrastruktur existiert, die Nachfrage wächst. Cloudcomputing, maschinelles Lernen und robotische Hardware sind ausgereift genug, um so komplexe Projekte wie Neo Gamma nicht nur möglich, sondern realistisch zu machen.

    Und was heisst das nun für uns?

    Ich glaube, dass in den nächsten 5 bis 10 Jahren genau das passieren wird, was Smartphones um 2007 ausgelöst haben. Ein neuer Device-Typ. In diesem Fall humanoide Roboter. Diese werden Stück für Stück Einzug in unseren Alltag halten. Nicht als Massenprodukt von Anfang an, aber als smarter Helfer für Pflege, Haushalt, Unterstützung älterer Menschen, Betreuung von Kindern oder einfache Assistenzaufgaben.

    Vielleicht werden Kinder in Zukunft nicht nur sagen „Alexa, spiele Musik“, sondern ihrem Roboter einen Spitznamen geben und ihn als Teil ihrer Familie betrachten. Und spätestens, wenn Neo Gamma zuverlässig kochen, saugen, die Einkaufsliste optimieren und mit anderen Geräten kommunizieren kann, dann beginnt eine neue Ära des Zusammenlebens mit Technologie.

    Wie du Teil davon werden kannst

    Falls du jetzt denkst: „Hey, das klingt spannend, aber wie kann ich Teil davon werden?“ dann hab ich gute Nachrichten. Es gibt tatsächlich schon eine Möglichkeit, sich unkompliziert für den Alltagstest von 1X anzumelden. Die Bewerberliste findest du auf der offiziellen Website von 1X Technologies. Theoretisch kann jeder teilnehmen, der ein geeignetes Wohnumfeld bietet und bereit ist, regelmässig Feedback zu geben.

    Natürlich wird 1X selektiv vorgehen und vermutlich technisch affine Haushalte mit stabiler Internetverbindung und klarer Aufgabenstellung bevorzugen. Aber die Chance ist real. Und wer weiss, vielleicht sitzt du Ende nächsten Jahres in deinem Wohnzimmer, während Neo Gamma den Tisch deckt.

    Fazit – der Mensch-Maschine-Alltag startet genau jetzt

    Ganz ehrlich: Ich finde, wir schreiben gerade Technologiekapitel, die in ein paar Jahrzehnten in den Geschichtsbüchern stehen werden. Der Moment, in dem humanoide Roboter Teil unseres Alltags werden, ist mehr als nur ein technisches „Nice to have“. Es ist ein kultureller Wandel. Eine Zeitenwende.

    Und ja, da werden Fragen kommen: rechtlich, ethisch, gesellschaftlich. Aber genau deswegen ist die heutige Entwicklung so wichtig. Wir müssen es ausprobieren, mitgestalten, Feedback geben. Und dann können wir gemeinsam entscheiden, wie viel Nähe zu Maschinen wir wirklich wollen.